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Projekt - Beschneidung bei Jungen

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Als wir vor 10 Jahren uns mit dem Thema der weiblichen Genitalverstümmelung beschäftigt hatten und im Zuge dessen dieses Thema und das Projekt INTACT immer wieder ins Bewußtsein unserer Leser gebracht hatten, habe wir dafür nur Zuspruch erhalten. Wir sind gespannt wie es mit dem männlichen Seite dieser Medaille sein wird. Aus politisch-historischen Gegebenheiten ist dieses Thema wesentlich heikler. Grundlegendes dazu bei Pro-Kinderrechte FAQ. Ohne darauf näher einzugehen möchten wir dieses Thema mit einem ehrlichen, menschlichen Blick angehen und mit unserem Anliegen, einer erfüllten Sexualität in Verbindung setzen.
Der Blick auf das, leider auch noch aktuelle Leid der kleinen Jungs ist wie ein weißer Fleck in der Gleichberechtigungsdebatte der letzten Jahrzehnte. Wann hast du schon mal etwas von dieser Diskussion vernommen? Auch die Leiden der Mädchen waren lange Zeit weit weg und unerwähnt. WEr dieses Fenster öffnet und anfängt sich darüber zu informieren, wird erstaunt sein, wieviele Menschen und Organisationen sch dafür schon engagiert haben von denen du noch nie etwas gehört hast. Wir möchten mit diesem Denkanstoß dieses Fenster ein wenig öffnen.

Meine persönlichen Erfahrungen

Warum bin ich zu diesem Thema gekommen? Vermutlich weil ich (Gérard) persönliche Erfahrungen dazu einbringe. Mit 37 Jahren musste mir die Vorhaut wegen einer Phimose/Vorhautverengung, die immer wieder zu Einrissen führte, entfernt werden. Das geschah in einer ambulanten Operation, an sich keine große Sache. Jedoch wurde vom Urologen die lokale Anästhesie nicht richtig durchgeführt (was auch gar nicht so einfach ist und bei Babys noch viel schwieriger) und so hat er direkt mit dem Skalpell in mein, nicht betäubtes Fleisch geschnitten, und seitdem verbindet mich die Erinnerung an diesen Schmerz mit den millionenfachen Schmerzen der kleinen Babys, die ohne Betäubung dieses Ritual durchlitten haben.
Mit einem wesentlichen Unterschied. Ich konnte die Ursache dieses Schmerzes mit meinem Verstand einordnen und für Abhilfe schaffen durch meinen Schrei. Die Babys können nicht verstehen woher, nach den ersten kuscheligen Tagen an der Brust ihrer Mutter dieser höllische Schmerz kommt und auch ihr Schreien kann dem keine Abhilfe schaffen.
Ein zweite Erfahrung ist die, dass ich seitdem in meinem Lingams bei weitem nicht mehr die Empfindsamkeit und sexuelle Erregbarkeit habe wie früher. Kein Wunder, es werden ja auch tausende von Rezeptoren und damit etwa 70 Prozent des sensorischen Gewebes des Lingams entfernt.Dazu kommt, dass jede Narbe Nervenbahnen und energetische Wege blockiert und stört. Diesen Unterschied können nur die relativ wenigen Männer beschreiben, die als Erwachsene operiert wurden und somit die Empfindungen von vorher noch in Erinnerung haben.

Fest der Beschneidung Jesu

Dieses Fest wurde traditionell am 1. Januar gefeiert, am 8. Tag nach der Geburt Jesu und geht zurück auf eine biblische Schriftstelle. Bis 1969 wurde dieses Fest auch in der katholischen Kirche als eigenes Kirchenfest gefeiert, danach trat es in den Hintergrund. Andere Kirchen halten dieses Fest noch groß in Ehren.
Interessant sind dabei die Bilder, die von diesem Fest von Künstlern im Laufe der Jahrhunderte gemalt wurden, und die heute in den Kirchen und Museen der Welt hängen. Ruhige, manchmal sogar lächelnde Kinder, eine völlige Verharmlosung der tatsächlichen Situation. Nichts von den Schreien und Blut zu sehen, der Grausamkeit dieser Handlung.

 

 

 



Rechtliches

Lange Jahre wurde an der Legitimation der Beschneidung von Babys aus religiösen Gründen nicht gerüttelt. In Deutschland gab es bis zum 12. Dezember 2012 keine spezielle gesetzliche Regelung zur Beschneidung minderjähriger Jungen.
Das Landgericht Köln sprach am 7. Mai 2012 in zweiter Instanz ein Urteil, das die Zirkumzision als Körperverletzung einstuft, welche durch eine religiöse Motivation und den Wunsch der Eltern nicht gerechtfertigt werde und die nicht im Wohle des Kindes sei. Das Urteil des Landgerichts Köln führte zu einer breiten öffentlichen Debatte.
Als Reaktion darauf wurde von der Regierung eine Gesetzesänderung auf den Weg gebracht, die frühere Rechtsicherheit wieder her zu stellen. Dieses Gesetz wurde 2012 verabschiedet.70 Prozent der Abgeordneten haben für das Gesetz gestimmt. Mit Ausnahme der Linken haben alle Parteien mehrheitlich für die Legalisierung der Beschneidung von Jungen gestimmt.Das Gesetz trat am 28.12.2012 in Kraft. Demnach darf Jungen und männlichen Babys, unabhängig ob religiös oder nicht religiös motiviert, selbst von medizinischen Laien, ohne medizinische Notwendigkeit, ohne zwingende Schmerzfreiheit, völlig legal ein gesundes Organ irreversibel entfernt werden.
Fast zeitgleich, hat der deutsche Bundesrat am 5.7.2013 die Beschneidung von Mädchen als zusätzlichen Straftatbestand im Strafgesetzbuch verankert.
Seitdem sind viele Initiativen von Ärzten und Betroffenen entstanden, den Blick aud dieses Thema zu lenken und die gesetzliche Situation zu revidieren dem der Mädchen anzugleichen. 

in Relation setzen: Tierschutz – Schutz der Kinderrechte

Wenn wir unsere gesellschaftliche Entwicklung ansehen, so stellen wir fest, dass die Rechte von Tieren und Kindern im Laufe der letzten Jahrzehnte immer deutlicher in Bewußtsein gekommen sind. Auch weil manch alte Vorstellungen, wie die, dass Säuglinge noch keinen Schmerz empfinden, verschwunden sind. Erst vor etwa 40 Jahren begann man in Deutschland, Kinder als Rechtssubjekte ernst zu nehmen. Erst seit 1979 werden sie davor geschützt, von Lehrern in der Schule „gezüchtigt“ zu werden.

Setzen wir die aktuelle Gesetzgebung zur Beschneidung doch einmal in Relation zur früheren Praxis des Kupierens bei Hunden. In einem Teil der Länder Europas ist das Kupieren (bschneiden von Ohren oder Schwanz) bei Hunden mittlerweile verboten, in Deutschland seit 1987. Ein Beispiel aus der Rechtsprechung: Das Kupieren der Ohren eines Dobermann fügt dem Tier langanhaltende Schmerzen zu, die nicht auf einem vernünftigen Grund beruhen. Die Maßnahme ist deshalb tierschutzwidrig und strafbar … weil der Hund die Schmerzen nicht nur unmittelbar beim Eingriff hat. Diese Schmerzen dauern vielmehr noch mehrere Wochen während der Nachbehandlung (2-4 Wochen) an. Ein vernünftiger Grund für das Kupieren der Ohren liegt im Sinne des Tierschutzgesetzes nicht vor (AG Neunkirchen, Az. 19.536/93).
Oder zum Verbot der körperlichen Züchtigung. Wenn ein Vater unter Berufung auf die Bibel (etwa Sprüche 13, 24) sein Kind schlägt, um es bibelgemäß zu erziehen, darf der Staat dies nicht dulden. Denn das elterliche Erziehungsrecht umfasst nicht das Recht zur Züchtigung. Was aber ist eine Ohrfeige im Vergleich zu einer Zwangsbeschneidung?

Mit oder ohne Betäubung

Die Beschäftigung mit diesem Aspekt hat mich mehr als verwundert, ja erschreckt. Zum einen heißt es:
In Deutschland finden nichtrituelle Beschneidungen auch bei Säuglingen immer mit örtlicher Betäubung statt. Laut den Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Kinderchirurgie ist für die operative Behandlung einer Phimose eine Narkose erforderlich, ergänzt durch eine Leitungsanästhesie..
Bei religiösen Beschneidungen ist dies, soweit ich es sehe, nicht verpflichtend vorgeschrieben und es finden sich überwiegend Aussagen, welche den Schmerz als wesentlich für dieses Ritual beschreiben:
„[das Baby] erhält nicht einmal eine örtliche Narkose, denn den Bund mit Gott muss man sozusagen bei vollem Bewusstsein vollziehen. Natürlich schreit das Baby, natürlich tut ihm der Eingriff weh.“ In: Paul Spiegel: Was ist koscher? Jüdischer Glaube, jüdisches Leben. München 2003, S. 40.

Auch der Aspekt, der Beschneidung als Abhilfe gegen die Masturbation spielte hier mit herein. Einer der wichtigsten Impulsgeber der amerikanischen Beschneidungsbewegung war der einflussreiche amerikanische Arzt John Harvey Kellogg, „Eine Abhilfe für Masturbation, die bei kleinen Jungen fast immer erfolgreich ist, ist die Beschneidung […] Die Operation sollte durch einen Chirurgen ohne Betäubung vorgenommen werden, da der damit verbundene Schmerz einen heilsamen Effekt auf den Geist hat, insbesondere wenn er mit der Vorstellung von Bestrafung verbunden ist.“ John Harvey Kellogg, 1888 - Ja, das ist der Mann, nachdem die KelloggsCornflakes benannt sind.

Es geht in dieser Diskussion nur um die Beschneidung von unmündigen Kindern, welche nicht aus einer medizinischen Notwendigkeit erfolgen. Wenn sich Jugendliche oder Erwachsene dafür entscheiden ist das eine ganz andere Sache, dann liegt das in ihrer freien Entscheidung, wie sonst auch bei Schönheitsoperationen oder Tattoos. Auch wenn ein Jugendlicher sich aus einer (annähernd) freien Entscheidung für ein Ritual entscheidet, das auch schmerzhaft sein wird, dann ist das ein bewußter Vorgang, der eine andere Bedeutung bekommt, die uns zwar meist fremd ist, aber nochmals anders zu sehen ist.

Folgen

Selbst unter idealen medizinischen Bedingungen treten nach Angaben des renommierten deutschen Kinderurologen Maximilian Stehr bei jedem fünften Säugling Probleme nach der Operation auf. Diese sind zum Teil so schwerwiegend, dass noch einmal nachoperiert werden muss. Dabei geht es vor allem um Nachblutungen, Infektionen, Geschwüre sowie um Verengungen der Harnröhrenöffnung. Verletzungen der Eichel sind keine Seltenheit, selbst Amputationen des Gliedes sind in Deutschland vorgekommen. Zu den direkten Komplikationen der Beschneidung kommen die indirekten hinzu, etwa die Risiken, die mit Narkose- und Betäubungsmitteln einhergehen, sowie das Risiko von Infektionen.

Zu den direkten oder indirekten köperlichen Folgen kommen die tieferen psychologischen Folgen, die nur als traumatische Erfahrung eingeordnet werden können, wenn diese Operation ohne oder mit nicht ausreichender Betäubung durchgeführt wird. Bei einem erlittenen Trauma gehen wir davon aus, dass dieses Erlebnis die weitere natürliche Entwicklung, in diesem Fall der Sexualität und des Vertrauens in die Menschen/Eltern oft lebenslang beeinträchtigt und stört.

Auswirkung auf die Sexualität

Um sich diesem Thema zu nähern müssen wir uns von der oft noch üblichen Vorstellung verabschieden, dass die Vorhaut nur ein Stück unbedeutendes Stück Haut ist, auf die gut verzichtet werden kann, sondern ein Körperteil mit wichtigen Funktionen und Sinnesrezeptoren.

Verlust der Nervenenden der Vorhaut 
Das gefurchte Band an der Vorhautöffnung, die innere Vorhaut und das Frenulum besitzen die größte Dichte an Nervenrezeptoren für leichte Berührungen des gesamten Penis. Diese Komponenten des Penis werden für weit erogener gehalten als die Eichel. Ein signifikanter Prozentanteil, wenn nicht sogar die Mehrheit  der erogenen Nervenenden des Penis, wird durch die Beschneidung entfernt. 

Schädigung der Eichel (Keratenisierung) 
Das, was an erogener Sensitivität nach der Beschneidung noch übrig bleibt, liegt vorwiegend in der Eichel. Diese restliche Sensitivität wird -infolge der Entfernung der schützenden Vorhaut und der damit verbundenen permanenten Entblößung der Eichel- weiter reduziert. Ohne die schützende Bedeckung der Vorhaut keratinisiert die Schleimhautoberfläche der Eichel und vertrocknet, verdickt und verhärtet, infolge des permanenten Ausgesetztseins gegenüber Luft und Reibung, und wird somit weniger sexuell empfindsam 

Verlust der Hautbeweglichkeit 
Die Typen der Nervenenden auf der Eichel werden am besten durch massageartige Bewegungen stimuliert und nicht durch Oberflächenreibung oder leichte Bewegungen. Der intakte Penis, mit einem umfangreichen und hochgradig beweglichen Hautsystem, das über die Eichel gleitet, ermöglicht die optimale Stimulation der Eichel, während er exzessive direkte Reibung an der empfindlichen Eicheloberfläche verhindert. Dieses Zusammenspiel der Vorhaut mit der Eichel führt zu einem Ausmaß und einer Bandbreite an sensorischen Lustempfindungen, wie sie der beschnittene Mann nicht kennt. 
Ungefähr 50% des natürlichen Hautsystems des Penis wird durch die Beschneidung entfernt. Durch diesen Verlust ist die Penishaut grundsätzlich unbeweglich und der Penis wird zu einem statischen Körper ohne dynamischen selbst-stimulierenden Mechanismus. Direkte Reibung an der Eichel muss so zur Hauptform der Stimulation werden, was die Dynamik des Geschlechtsverkehrs beider Partner verändert. 

Viele weitere Informationen zum Thema Sexualität auf der Seite von Beschneidung-von-Jungen

und weitere Infoseiten:

Zwangsbeschneidung isr Unrecht - auch bei Jungen Pro-Kinderrechte.de

intaktiv - eine Stimme für genitale Selbstbestimmung
und das dazugehörige Forum, eine Austauschplattform für direkt oder indirekt von Beschneidung betroffene Menschen.

Im Verein MOGiS e.V. haben sich Betroffene sexuellen Missbrauchs, sexueller Ausbeutung und sexualisierter Gewalt zusammen­geschlossen um ihren Interessen eine Stimme zu geben.

Der Facharbeitskreis Beschneidungsbetroffener im MOGiS e.V. hat eine eigene Webseite unter die-betroffenen

Worldwide Day of Genital Autonomy
Die Giordano-Bruno-Stiftung unterstützt Demonstration für genitale Selbstbestimmung in Köln

Welttag der genitalen Selbstbestimmung 2020

Deutschsprachige Literatur zu männlichen Beschndeidung

Melanie Klinger: „Intime Verletzungen – Weibliche und männliche Beschneidung (K)ein unzulässiger Vergleich?“
...eine Rezension

 

 Beiträge von unseren Teilnehmern und LeserInnen

(wir veröffentlichen auch gerne deine Erfahrungen dazu)

 Lieber Gérard,
Nun nehme ich Euren/Deine email vom vergangenen Freitag als Anlass, wieder einmal ein Lebenszeichen von mir zu geben. Zuerst möchte ich "danke" sagen für den Artikel, speziell für den Absatz "Meine persönlichen Erfahrungen". Ich habe mir schon so oft die Frage gestellt, warum mein Lingam so viel weniger empfindsam ist als bei anderen. Zumindest hatte ich so den Eindruck gewonnen. Ohne mir recht eine Antwort darauf geben zu können. Außer vielleicht: ist halt so, oder: irgendwas in mir ist blockiert. Wenig aufbauend. Auch mir wurde die Vorhaut entfernt, im Alter von etwa 22 Jahren. Und ehrlich gesagt erinnere ich mich nicht mehr an "davor" und kann daher auch keinen vorher/nachher-Vergleich mehr anstellen, bzw. habe die zugehören Gefühle nicht mehr zugänglich. Auch weil ich zu der Zeit noch nicht wirklich achtsam mit mir umgegangen bin. Als ich nun Deinen Absatz gelesen hatte, da war das so etwas wie eine große Erleichterung. Auch wenn mein Urologe die Anästhesie wohl richtig plaziert hat, war es wohl doch diese OP und der damit verbundene Verlust so vieler Rezeptoren, die mich viel meiner Empfindsamkeit gekostet hat. Auch wenn es irgendwie total logisch ist, hat es dennoch nie ganz den Weg in meine Akzeptanz gefunden. Mit Deinem eigenen Erfahrungsbericht ist diese interne Hürde nun genommen. Und dafür danke ich Dir
Viele liebe Grüße und eine herzliche Umarmung verbunden mit einem Namasté
Sebastian

Liebe Elvira und lieber Gérard,danke dass ihr euch dieses Themas annehmt! Ich hab mich viele Jahre sehr intensiv damit beschäftigt und  Organisationen unterstützt - gerade ist es in den Hintergrund getreten bei mir. Daher bin ich froh, wenn andere es weiterbewegen ...
Danke für die vielen Informationen zur Beschneidung von Jungen - ich weiß um das Thema, aber nicht in der Tiefe. Ich habe auch den Sex mit beschnittenen Männern nicht viel anders empfunden (in allen Facetten) als mit unbeschnittenen. Das waren allerdings alles Männer, die als Kind beschnitten wurden.
Vom früheren Freund meiner Tochter, der Muslim ist, weiß ich, dass die Jungs bei den Muslims mit ca 8 Jahren beschnitten werden und zwar unbetäubt (!!!). Und dass ihnen genauso wie den Mädchen, was vorgegaukelt wird vom "schönsten Tag" und "wichtigsten Tag" mit Feierlichkeiten und schöner Kleidung und Geschenken und NIEMAND erzählt ihnen vorher, um was es wirklich geht und was sie erleiden müssen an diesem Tag ...Danke für eure Arbeit!!!
Liebste Grüße
Cornelia

Lieber Gérard,
danke für die ausführliche und persönliche Beschreibung dieses Vorgangs!
Ich habe noch niemals von einem Mann einen Bericht gehört, der das als Erwachsener erlebt hat, umso wertvoller ist es, davon zu erfahren und auch daß das Thema (das in der Öffentlichkeit keines mehr ist)
wiederbelebt wird!Ich habe damals eine Diskussion geführt mit einem jüdischen Mitbürger
und Arzt, der dann lapidar sagte (vor seiner Frau):
"Fragen Sie mal die Frauen, die profitieren ungemein davon"Nunja, man kann es sich auch schön reden und dabei die eigene Frau sozusagen in Sippenhaft nehmen, denn die wollte zu dieser Aussage nichts sagen..In diesem Sinne
Herzliche Grüße
P. (männlich)

Hallo liebes Jembatan Team
Mit großem Interesse habe ich den Artikel über die Beschneidung von Knaben gelesen. Die Bedenken über die Praxis der religiösen Beschneidung von männlichen Babys teile ich voll und ganz.
Auf gar keinen Fall darf ein solcher Eingriff ohne Betäubung und nichtärztlichen Personen durchgeführt werden.
Bei der Beschneidung aus medizinischenGründen bin ich jedoch, auch aus eigener Erfahrung, anderer Ansicht. Eine Phimose mit ausgedehnten Verwachsungen ist eine äußerst unangenehme Sache, die im ungünstigen Fall sogar zu einer Unfähigkeit zum Geschlechtsverkehr führen kann.
Ich selbst bin mit 12 Jahren operiert worden und habe keinerlei Folgebeschwerden. Im Gegenteil, ich sogar etwas überempfindlich, besonders im Bereich des Frenulums, so dass ich eher das Problem habe zu früh zu kommen.
Das ist aber, nach meiner Prostata OP im letzten Jahr nicht mein Hauptproblem und hier auch nicht das Thema.
Ich glaube man muss das Thema von den beiden Seiten betrachten.
Auch die religiöse Betrachtungsweise kann man akzeptieren, wenn das Ritual streng nach medizinischen Richtlinien durchgeführt wird. Zumindest kann die Gesellschaft dies offen diskutieren.
Auf jeden Fall ist das ein interessantes Thema
Liebe Grüße
Ernst

Lieber Gerard,
danke für diese ausführliche Darstellung! Das war mir ein keiner Weise bewußt, daß die Beschneidung bei uns legal ist!
Natürlich kann ich Dir nur zustimmen, daß sie sexuelle Erregbarkeit zu einem wesentlichen Teil von der Sensibilität und dem Vorhandensein der Vorhaut abhängt!
Danke für diese Infos!
Herzliche grüße
Andreas

 

Hallo meine lieben!
Einen wundervollen start ins neue jahr zunächst einmal und danke für euren Einsatz bei allem und das stetige weiterentwickeln, wachsen entfalten und einfach nur SEIN. Ich habe auch die mail zum Thema Beschneidung gelesen, es ist sehr sehr unterschiedlich, wie auch medizinisch umgegangen wird, aber eben auch einfach wie generell die menschen dazu stehen, weil es eines der vielen Themen ist die so im Kollektivbewusstsein noch drin ist und auch mit den unterschiedlichsten gebräuchen, ritualen und co verhaftet ist.
Aber wenn menschen wie ihr mit liebe vorangeht und einfach informiert und jeder mit soviel hingabe, Verantwortung und einfach Klarheit daranrehen würde, dann wäre es kein Thema mehr=)ich danke aber sehr für eure Offenheit mut und Einsatz.
Ich danke für euer sein, WESEN, und alles was ihr tut.
Dana


Lieber Gérard, ich bin vollkommen bei Dir, bei der Beurteilung der weiblichen Beschneidung. Ein vollkommen überflüssiges, grausames und patriachales Instrument zur Unterdrückung der Frau.
Etwas anders sehe ich die männliche Beschneidung. Ich selbst wurde, was in den 50er Jahren eine große Seltenheit war, auf Wunsch meines Vaters, der selbst Mediziner und ein großer Hygieniker vor dem Herrn war, als 3-jähriger Bub vom Kinderarzt beschnitten. Der Kinderarzt war ein sehr einfühlsamer Mann und verstand etwas von seinem Fach. Er hat mir damals die Vorhaut entfernt, das Frenulum aber unberührt gelassen. Ich kann mich sehr gut an den Vorgang erinnern und fand es nicht so schlimm. Ich verspürte ein paar Tage ein Brennen beim Wasserlassen. Seither empfinde ich die Beschneidung als etwas Positives.
Das Sauberhalten meines besten Stücks ist sehr einfach und auch beim Liebemachen hat die Beschneidung Vorteile. Du hast recht, dass die Empfindungsfähikeit im Bereich der Eichel etwas herabgesetzt ist. Das habe ich aber immer als Vorteil gesehen. Als Männer, sind wir, auch aus evolutinären Gründen, eher immer die "Schnellkommer". Die Beschneidung hat mir, auch schon in den Jahren bevor ich 1996 mit Tantra in Berührung kam, eine gewisse Kontrollmöglichkeit über Orgasmus und Ejakulation gegeben. Dies ist nun meine persönliche Erfahrung.
Eine weitere wichtige Tatsache ist, dass in Ländern, in denen die Mehrzahl der Männer beschnitten ist. Gebärmutterhalskrebs bei Frauen so gut wie überhaupt nicht vorkommt. Dies ist dem Umstand zu verdanken das sich der Penis sehr gut reinigen lässt und sich kein sog. "Präfortialkäse" bildet. Dies ist natürlich auch den muslimischen und jüdischen Reinlichkeitsvorschriften geschuldet. Dieser Präfotialkäse ist hochinfektiös, wenn er nicht regelmässig mit Wasser und Seife entfernt wird.
In unserem Christentum, in dem ja offiziell unterm Nabel nichts mehr existierte und man auch wenig zur Sauberkeit im Genitalbereich angehalten wurde, führte dies über viele Jahrhunderte zu einer Riesensauerei. Ich möchte nicht wissen, wieviel Krankheiten auf Frauen durch männliche Unsauberkeit übertragen wurden. Da ist der Gebärmutterhalskrebs nur die Spitze des Eisbergs. Also ich bin auf alle Fälle für eine sanfte, sachgerechte Beschneidung bei Männern und vor allem für hygienische Aufklärung, die immer zu kurz kommt.
Sicher hast Du recht, dass brutale Rabbis oder Imame oder sonst wer unsachgemäß am Penis rumgeschnitten und Schaden angerichtet haben. Dies hat aber eher nur mit medizinischer Unkenntnis zu tun. Überhaupt sind viele religiöse Vorschriften, die eigentlich reine Gesundheitsregeln waren ( Schweinefleisch bildet z.B. in warmen Ländern ohne Kühlung schnell hochgiftige sog. "Sutoxine" die im menschlichen Organismus zu erheblichen Vergiftungen führen können. Viele dieser Vorschriften sind mittlerweile religiös überhöht und dogmatisch verfestigt, sodass die eigentlich sehr rationalen Ursprünge überdeckt wurden.
Alexander

Lieber Gerard ,
ein ganz toller Artikel von Dir ! Herzlichen Dank ! Ich habe mich sofort erinnert wie nah es bei mir dran war auch diese Bescheidung zu bekommen als ich ca 12 Jahre alt war . Mein bester Freund hatte sie damals gerade bekommen und war sehr stolz darauf .Er erzählte mir auch , was die Vorteile sind , di e mich damals neidisch machten : "So sieht der doch viel besser aus !, Mit dem kannst du dann Frauen viel länger glücklich machen ! Ist doch viel hygienischer, weil da unter Deiner Haut Schimmel wächst …!“ Meine Intuition wollte es aber dennoch nicht . Auch mein Hausarzt , ein Freuend des Hauses, sagte : Du kannst ja auch täglich üben und die Vorhaut , selbst wenn es schmerzt , vor und zurückziehen . Das tat ich , täglich , wochenlang , am Tag der OP sagte ich meinem Vater : ich habe geübt , und es tut nicht mehr weh . Ich musste nicht zur OP. Heute liebe ich das drüber und unterschieben der Vorhaut . Es ist wie eine Blume die ich öffnen kann.  Ich freue mich für Dich , daß Du wohl trotzdem es bei Dir vollzogen wurde ein lustvolles Leben führst .
Liebe Grüße
Raul