Partnerschaft und Sexualität im Kamasutra - Erfahrungen aus einem Tantraseminar für Paare

Augenblicke

Wie lange ist es her, dass du deinem Partner oder deiner Partnerin einmal länger als drei Sekunden in die Augen geschaut hast? Erinnerst du dich noch an diese Augenblicke zu Beginn eurer Beziehung? Ein Lächeln und der innige Kontakt über die Augen stehen meist am Anfang einer Beziehung. Und dann im Laufe der Zeit, legen sich Verletzungen, Missverständnisse und Auseinandersetzungen wie ein Nebel über diesen klaren Augenblick.

Und der Blick in die Augen wird vermieden, weil er dies alles spüren lässt, was eure Herzen trennt, und das ist unangenehm, ja sogar schmerzlich. Und es beginnt – oft unmerklich – die sachliche Romanze. So ein Gedicht von Erich Kästner, ... und da „kam ihre Liebe plötzlich abhanden. Wie andern Leuten ein Stock oder Hut. Sie waren traurig, betrugen sich heiter, versuchten Küsse, als ob nichts sei, Und sahen sich an und wußten nicht weiter....". Wie weiter?

Wieder den Augenblick wagen. Dafür gibt in Tantraseminaren für Paare die Herzenszeit: Du sitzt deinem Partner auf dem Boden gegenüber, ihr nehmt Blickkontakt auf, und nun hat jeder 5 Minuten Zeit, aus seinem Herzen zu sprechen und dein Partner hört nur zu, ohne zu kommentieren oder sich zu verteidigen. Und du sprichst nur von dir zu deinem Partner ohne die üblichen Du-Botschaften wie „Du bist... Du hast..". Dann wechselt ihr die Rollen und du wirst zum Zuhörenden. Diese ganz einfache - und doch nicht leichte Übung kannst du auch zu Hause mit deinem Partner in deinen Alltag integrieren.

Du bist Dein ganzer Körper – nicht nur Penis, Vagina und Busen

Sobald du als Paar Sex in den Blick nimmst, gibt es oft viele Einschränkungen: die erste ist oft, die mangelnde Zeit. Also selbst wenn ihr beide wollt und in eure Lust geht, gibt es oft einen engen zeitlichen Rahmen, sei es am Abend, weil der eine früh wieder zeitig aufstehen muss oder morgens, und einer dann zur Arbeit eilt. Und dann passiert folgendes, dass ihr euch selbstverständlich focusiert auf die erogensten Zonen, die Vagina und den Penis, im Sanskrit mit den schöneren Worten, Yoni und Lingam benannt und den Busen. Und wenn das öfter passiert, dann wird dein restlicher schöner Körper immer mehr vernachlässigt und du fühlst dich mehr und mehr nur noch als genitales Wesen.

Im Tantra und in der Tantramassage geht es immer um den ganzen Körper, ihn zu streicheln mit allen Sinnen zu wecken und als Tempel deiner Seele zu verehren. Dabei ist die Absichtslosigkeit, ohne ein Ziel zu verfolgen, einfach weil es schön ist zu geben und zu lieben und sich lieben zu lassen so wohltuend. Und die Verbindung von Herz und Sexualchakra wird immer wieder gestärkt, damit wir uns als ganze Menschen angenommen sehen und fühlen, nicht nur als in unseren erogenen Zentren. Und viel Zeit für neue Begegnungen mit einem mir altvertrauten Menschen.

Zwischen Entspannung und Energieaufbau

Lust ist nicht nur ein Geschenk der Himmels sondern ein Empfinden das in seiner Tiefe mit unserem Enegiepegel in Verbindung steht. Die lustvolle Urenergie in uns, die Kundalini, bahnt sich über das Atmen ihren Weg nach außen. Je mehr ich bereit bin zu atmen, Altes und Verbrauchtes abzugeben und meinen Körper mit frischer Luft zu transformieren. Umso mehr Energie ich durch Körperübungen aufbaue, umso mehr Energie kann fließen und das ist dann eine tiefere Lust, die Ekstase aus unserer Mitte heraus, die eine Quelle in uns ist, die nur einfach fließen will. So bauen wir in den Seminaren zuerst immer wieder Energie auf, weiten unseren Körper wie ein Töpfer den Krug ausdehnt damit er später mehr fassen kann. Und was ist dann mit der Entspannnung? Das ist die Kunst des Nicht-Wollens, nicht mit Anstrengung den Pfad der Lust zu gehen, sondern dich in die Lust fallen zu lassen. Das braucht deine Bereitschaft das anzunehmen was gerade ist, ob es eher still und leise ist, deine Lust, oder nur ein Hauch oder auch ein Sturm. Und vertraue darauf, sobald du aufmerksam wirst, einfach ganz hier in diesem Moment, dann öffnest du schon das Tor für deine Lust und die Atmen lässt einen Hauch zu einem Sturm anwachsen – und dann lass dich wieder fallen und entspanne dich. Das ist eines der Geheimnisse des Tantra.

In den Tantraseminaren, der Ausbildung zur Tantramassage und besonders in den Seminare für Paare, üben wir diese Grundlagen

- der direkte Kontakt

- den ganzen Körper sinnlich berühren

- die Balance zwischen Energieaufbau und Entspannung